Dienstag, 9. Januar 2007

Ich bin drei Sekretärinnen

Jetzt ist es raus! Als ich ihn Mitte Dezember drauf ansprach, ob er mich wirklich stundenweise „vermieten“ wolle, sagte mein Chef, dies sei nicht wahr, da sei NIEMALS ein Wort drüber gefallen. Aber er wollte sich später in einem Gespräch mit seinem Vorgesetzten Gewissheit verschaffen. Danach bin erst ich, dann er in Urlaub gegangen. Inzwischen war schon so viel Zeit verstrichen, seit mir das Gerücht zu Ohren gekommen war, dass ich schon keinen Gedanken mehr daran verschwendet habe. Und in Paris vergesse ich eh alle Sorgen…….

Tja, und gestern habe ich noch einmal nachgefragt – und ja, er hat mich stundenweise für Geld verhökert. Täglich eine Stunde muss ich nun als Sekretärin des Geschäftsführers arbeiten, als meine eigene Vorgesetzte sozusagen, und ich muss mich „lediglich“ um den Haushalt kümmern. Ok. Wenn’s mehr nicht ist! Steckt ja auch kaum Verantwortung hinter. Mach ich doch mit links. Buchführung war mein Ding vor 30 Jahren – wo liegt das Problem?! EDV? Das habe ich doch schließlich vor 30 Jahren bei Karstadt von der Pieke auf gelernt….. da kann man das doch jetzt in einer Öffentlichen Einrichtung aus dem ff!!

Kommenden Montag habe ich das erste Gespräch mit dem Geschäftsführer und der jetzigen Sekretärin, und dann schaumerma….. Ich lass es erst mal auf mich zukommen. Und wie gesagt, es kann ja auch durchaus Vorteile mit sich bringen. Vielleicht mach ich ja noch Karriere?!! Das war zwar jetzt ein Scherz, aber es kann niemals schaden, wenn man mehrere Eisen im Feuer hat. Und in der heutigen Lage, wo alles langsam den Bach runter geht, man damit rechnen kann, dass überall Mitarbeiter eingespart werden, bin ich doch ganz gut dran, an mehreren Stellen zu arbeiten.

Ach ja! Ich sagte, ich sei jetzt 3 Sekretärinnen! Da ist ja noch der ältere, pensionierte Herr, der noch ein bisschen Geld zur Verfügung hat, das ihm irgendjemand verwalten muss. Und da er ja sonst niemanden hat, sich überhaupt nicht mit Buchführung auskennt und mein armer Vorgesetzter dringend Geld braucht, kann ich das bisschen für den armen, alten Mann auch gleich mitmachen! Na klar!!!

Aber eines ist sicher: wenn ich Feierabend habe, lege ich meinen Bleistift hin und gehe nach Hause! Da gibt’s dann auch keine Kompromisse, denn zu Hause wartet mein kleiner Hund mit gekreuzten Beinen, wenn ich zu spät komme. Die Kleene ist eh schon viel zu lange alleine.

Ab und zu mal, ganz selten und nur, wenn der Chef nicht da ist, nehme ich sie mit - aber es gefällt ihr nicht. Hat sie doch schon Probleme, die richtigen Buchstaben auf der Tastatur zu finden - - -
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